

Jetzt geht es los
Herr Boll will eine Geschichte erzÀhlen.
Er ist leider so heiser, daĂ er gerade noch krĂ€chzen kann. Frau Sellerie bietet sich gern als Ersatz an. Auf dem Weg zu uns verrenkt sie sich dummerweise den FuĂ.
Hören wir solange Frau Knorr zu. Sie fĂ€ngt gleich an. Zuvor muĂ sie noch die FingernĂ€gel fertig lackieren. Sie malt grĂŒne Punkte auf lila Untergrund. Das dauert.
Herr Knorr könnte einspringen. Aber er hat zu tun. Stupst seine ZĂ€hne zum vierten Mal der Reihe nach an. Um zu testen, ob wirklich keiner weh tut. Er schont seine ZĂ€hne und will sie keinem unnötigen Luftzug aussetzen. Deshalb öffnet er den Mund kaum noch, was auch er als Ă€rgerlich empfindet. Aber Opfer fĂŒr die Gesundheit mĂŒssen sein.
Nehmen wir FrÀulein Huschhusch. Sie sitzt im Sessel und klappt seufzend ein Buch zusammen. Sie hat es zu Ende gelesen. Da schlÀgt sie es auf und beginnt erneut von Anfang an. FrÀuleine Huschhusch weià nÀmlich nicht mehr, ob sie sich noch an den Inhalt erinnert.
Bliebe Herr KĂŒhn.
Den lĂ€Ăt leider die Frau nicht weg. Er muĂ Fenster putzen, den Hund trockenlegen, die Teppichfransen beschneiden und beim Gasherd die AusströmdĂŒsen mit WattestĂ€bchen reinigen.
Herrn Wanderer ĂŒbergehen wir. In seiner Freizeit sitzt er stets im, kniet vor oder liegt unter dem Auto.
Frau Redlich wĂŒrde uns gern etwas erzĂ€hlen. Wirklich, sehr gern. Bedauerlicherweise muĂ sie gerade jetzt zu einer Sitzung.
Sie steckt schnell ein frisches Taschentuch ein, damit sie ihren Mund rasch verdecken kann, wenn es aus ihr gÀhnt. Der Rest der Erwachsenen hockt vor den Fernsehapparaten und zappt sich durch die Sender. Man will ja am nÀchsten Tag mitreden und sagen können, wie schlecht das Programm war.
âLaĂ diese SpĂ€Ăe!â knurren die aufmerksamen Eltern, wenn wir ihren Kopf aus der Blickrichtung Bildschirm drehen. Und jene, die gerade am Einschlafen waren, machen nur âHĂ€?!â Nun reicht die Warterei.
Wir schleichen auf die StraĂe und erleben selber die Geschichten, die uns keiner erzĂ€hlen will.